FÖRMIG-Duisburg

AKTUELLES

"Wir fördern gemeinsam"

Am 28.05.2009 präsentieren die Duisburger Basiseinheiten Projekte aus ihrer Arbeit im Modellprogramm FörMig. Den Gästen aus den Kindertageseinrichtungen, Grundschulen, Fach- und Schulaufsicht werden Best-Practice-Beispiele zu ´family-literacy´, zu sprachlicher Förderung durch Bewegung, in den Naturwissenschaften und durch theaterpädagogische Projekte vorgestellt.

Die regionale Koordinatorin Frau Scheffler bündelt Erfahrungen aus fünf Jahren gemeinsamer Arbeit an der Schnittstelle vom

Elementarbereich in den Primarbereich als Empfehlungen für die kommunale Bildungsplanung. Impulse zur gelingenden Kooperation der beiden Bildungsinstitutionen gibt Frau Prof. Dr. Speck-Hamdan von der Universität München. Klick zum Veranstaltungsplakat


Am Standort Duisburg wird vornehmlich der Schwerpunkt 1 Übergang Kindertagesstätte - Grundschule bearbeitet. Dabei geht es um die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Kindertagesstätten und den Schulen. Die vorhandenen Sprachkompetenzen in Deutsch und die in den Familien gesprochene Sprache sollen berücksichtigt und gefördert werden. FÖRMIG setzt gezielt auch an den Ressourcen und Kompetenzen an, die mit der Mehrsprachigkeit zusammen hängen. Die interkulturelle Vielfalt in den Familien wie auch als Realität in den Kindertagesstätten und in den Schulen findet oftmals zu wenig Beachtung und wird selten als Potenzial genutzt.

Im Rahmen von FÖRMIG werden im Schwerpunkt 1 verschiedene Verfahren zur Sprachstandsfestsstellung und -beobachtung sowie zur Sprachförderung erprobt. Die am besten geeigneten Verfahren können anschließend von weiteren Kindertagesstätten und Schulen modellartig eingesetzt werden.

In Duisburg konnten sieben Basiseinheiten aufgebaut werden, in der immer eine Institution - zumeist eine Schule oder eine Kindertagesstätte - eine federführende Rolle übernimmt. Dazu gehören weitere kooperierenden Einrichtungen, die die Instrumente und Verfahren anwenden sowie strategische Partner, die zumeist eine beratende und unterstützende Aufgabe wahrnehmen. Im Rahmen von FÖRMIG werden die Basiseinheiten als Entwicklungspartnerschaften bezeichnet. Im Laufe der Zeit verdichten und intensivieren sich die Beziehungen und Kooperationsformen. Alle machen miteinander neue Erfahrungen, entdecken Chancen, Probleme und Lösungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit wird verbindlicher, Ziele werden präzisiert, Rollen überdacht und effektiviert und das Netzwerk weitet sich aus. Auf diese Weise entsteht ein bildungsbereichsübergreifendes Netzwerk mit den besten Aussichten auf eine effektive und nachhaltige Bündelung von Kompetenzen zum Wohl der Kinder.

Ansprechpartnerin und Koordinatorin für den Standort Duisburg:

Ute Scheffler, RAA Duisburg
Telefon: 0203 - 80095
EMail: u.scheffler@stadt-duisburg.de

  • Liste mit den beteiligten Basiseinheiten von FÖRMIG am Standort Duisburg
    mit Kontaktdaten zu den einzelnen AnsprechpartnerInnen (1 Seite, PDF-Datei)

In der nebenstehenden Grafik ist eine der sieben Basiseinheiten dargestellt, die im Schwerpunkt 1 am Standort Duisburg eingerichtet wurden. Federführende Institution ist hier die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Bruckhausen. Basiseinheiten sind Entwicklungspartnerschaften, sie wachsen im Projektverlauf. Mehrere Einrichtungen übernehmen darin unterschiedliche Aufgaben und Rollen, das ist das Prinzip des Netzwerks, in dem sich unterschiedliche Kompetenzen bündeln und entfalten lassen. Das gemeinsame Ziel ist die Sprachförderung.

 

Bericht über die Entwicklung des BLK-Modellversuchs FörMig in der Region Duisburg

 Zeitraum: August 2006-April 2007
 
Schwerpunkt I                                      Regionale Koordinatorin: Ute Scheffler
 
Punkt 1: Daten
  • 7 Basiseinheiten-  unverändert gegenüber dem Vorjahr
  • Umbenennung der GGS Wiesbadener Straße in Hans-Christian-Andersen-Grundschule
  • 21 kooperierende Institutionen  - 8 weniger als im Vorjahr; (s. Graphik in den Standortbeschreibungen der Basiseinheiten)
  • Gründe:
  • Konzentration in den Basiseinheiten auf gelingende Kooperationen (Beispiel: Basiseinheit Hochfelder Markt als federführende Institution und Kita Wörthstraße als eng kooperierende Institution)
  • Basiseinheit Breite Straße: Ausscheiden der GGS Dittfeldstraße und der Kath. Kindertageseinrichtung St. Josef
 

Punkt 2: Aufgabenbewältigung

 a/b) Aufgabenstellung, Methoden

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt nach wie vor auf der schnittstellenüber-greifenden Kooperation zwischen dem Elementar- und Primarbereich sowie auf der Optimierung bestehender Sprachförderkonzepte; Verfahren der Sprachstandsfeststellung sowie Beobachtungsbögen zur Sprachentwicklung werden erprobt und bewertet.
Die im Schuljahr 05/06 entwickelten Zielvereinbarungen blieben zwar zielführend, in 06/07 fanden sich jedoch konkret benannte Projekte.
 
c) aktuelle Entwicklungen/Arbeitsplan 2006/07

Der von Frau Kaseric entwickelte Fragebogen zur Förderdokumentation regte die Institutionen und die pädagogischen Fachkräfte an, ihre Sprachförder-Arbeit (Rahmenbedingungen, didaktische Ansätze, eingesetzte Medien, Kooperationspartner) bezogen auf die eigene Fördergruppe, im Team bzw. im Jahrgang und in der Institution zu beschreiben, zu reflektieren und zu evaluieren. Dieses Instrument erwies als sehr hilfreich für die fachliche Beratung und Begleitung durch die Koordinatorin. Teil 1 und Teil 2 wurde und wird konsequent zur Beschreibung der Sprachförderarbeit eingesetzt.

 
Die Netzwerkarbeit zur schnittstellenübergreifenden Kooperation konnte erfolgreich weitergeführt werden: regelmäßige Treffen in den jeweiligen Basiseinheiten zu folgenden Inhalten: Sprachförderkonzepte, Literacy-Konzept, Bewegung und Sprache, Trainings zur phonologischen Bewusstheit, Elternbildung.
 
Teilnahme aller 5 Duisburger BLK-Grundschulen (GGS Breite Straße, Hochfelder Markt, GGS Marktplatz, GGS Schulstr., GGS Wiesbadener Str.) an der von der RAA-Duisburg entwickelten und organisierten Elternschule.
 
Eine dezidierte Auflistung zur Arbeit an den Standorten ist den Standortbeschreibungen der Basiseinheiten unter den Aufgabenfeldern: schnittstellenübergreifende Kooperation "Optimierung von Sprachförderkonzepten" Betreuung weiterer Projekte zu finden.

In allen Basiseinheiten agierte die Koordinatorin in den Feldern der Organisationsentwicklung: Personal- und Unterrichtsentwicklung sowie Wissensmanagement. Aktivitäten waren: standortbezogene Begleitung, fachliche Beratung bei der Sprachförderarbeit: Hospitation und Beratung/Coaching, Entwicklung eines Beobachtungsbogens, Konzeption eines Förderplans orientiert an HAVAS-Indikatoren und LP-Deutsch sowie Unterstützung bei der Förderplanerstellung, Schulbuchanalyse, etc.

 Interne Evaluation
Die Duisburger Grundschulen nutzen weiterhin den Cito-Test als verpflichtendes Sprachstandsfeststellungsverfahren für die 5-jährigen Kinder (mit Migrationshintergrund); zwei Basiseinheiten (GGS Hochfelder Markt, GGS Lohberg) nutzen den Cito-Test inzwischen auch als Schuleingangstest, um individuelle Sprachentwicklungen zu erfassen und abhängig vom ermittelten Förderbedarf Förderangebote zu installieren.
HAVAS 5 wurde an 4 federführenden Institutionen als zusätzliches diagnostisches Instrument zur Mitte bzw. zum Ende des 1. Schulhalbjahres eingesetzt (GGS Marktplatz, GGS Lohberg, GGS Schulstraße, Hans-Christian-Andersen-Grundschule). Nach entsprechenden Inputs führten 9 Lehrkräfte HAVAS an ausgewählten SchülerInnen (3-5 pro Klasse) durch. Die Ergebnisse wurde als wertvoll eingeschätzt und flossen in die individuelle Förderung ein.
Die seit Februar 07 vorliegenden Ergebnisse der HAVAS-Ausgangserhebung gaben allen Sprachförderkräften Orientierungsdaten für Fortschritte, Stagnation und Rückschritte in der individuellen Lernentwicklung in der Zweitsprache Deutsch.
 
Externe Evaluation
Der schon eingangs erwähnte Einsatz des Fragebogens zur Förderdokumentation auf unterrichtlicher Ebene (vgl. Punkt 2b) wird auf regionaler Ebene (im Verbund der Duisburger BLK-Basiseinheiten) gebündelt vorgestellt werden, er wird Einblick in die Arbeit der Region Duisburg geben und möglicherweise auf weitere Zielentwicklungen bzw. Sprachförderkonzepte Einfluss nehmen.  
 
Bei den Zielentwicklungsbögen sind einige federführende Institutionen (3 von 8) im Rückstand; Leitfäden und Netzwerkprotokolle sind vorhanden.
 
d) Fortbildung und Qualifizierung des Personals
-          Koordinierungsveranstaltungen               3
-          zentrale Fortbildungen                             5
-          standortbezogene Fortbildungen             6
 
Teilnahme von 2 Kindertageseinrichtungen mit 4 TN an der gemeinsamen
Fachtagung des MP FörMig und des DJI ?Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund in der Kita? / Mai 07
 
Teilnahme von 2 Basiseinheiten mit 3 TN an der BLK-Fachtagung ?Bildungssprache?/ Juni 07
  
e) Kooperation mit anderen Stellen und Projekten
 
Fortsetzen der kontinuierlichen Kooperation mit Jugendamt, RAA, Schulamt und Schulträger:
-          regelmäßige Zusammenarbeit mit der Duisburger RAA, Nutzen der Aufgabenfelder und Vernetzungsstrukturen der RAA-Duisburg
-          Jour Fixe: Kooperation SAD/Generalie Migration + RAA + BLK/Schwerpunkt 1/3
-          Netzwerk Sprachförderung: Fachaufsicht kommunaler und freier Träger, Sprecher der Grundschulen, RAA, Schulträger)
-          Schulentwicklungsprojekt Grundschulen im Sprachprojekt Duisburg
-          KiSchu (Arbeitskreis Kita - Schule)
 

Mitarbeit an Projekten  

  • konzeptionelle Mitarbeit am Duisburger Modell der "Elternschulen";
  • konzeptionelle Mitarbeit in der Planung und Realisation gemeinsamer Fortbildungen für Fach- und Lehrkräfte an der Schnittstelle E+P
  • Mitwirkung bei der Duisburger Fachtagung: ?Sprachförderung und Integration in Duisburg? ? Mitplanung bei den Angeboten zur Diagnostik: Fachvortrag zu HAVAS
  • konzeptionelle Mitarbeit an der Sprachfreizeit "Pippi Langstrumpf und ihre Freunde fördern die Sprache?" Kooperationspartner Jugendamt der Stadt Duisburg, IKARUS e.V., RAA, Schulverwaltungsamt, Schulaufsicht, fünf Grundschulen, davon 2 BLK-Schulen (GGS Breite Straße und Marktplatz)   
  • bedarfsorientierte Unterstützung der am "MitSprache-Projekt" teilnehmenden BLK-Schulen: GGS Breite Straße, GGS Hochfelder Markt, GGS Hans-Christian-Andersen-Schule                 
  • Förderung der Netzwerkbildung/überregional - Kooperation mit "TransKigs NRW"
 
 
f) Einschätzung der Entwicklungen in den Basiseinheiten
 
-> schnittstellenübergreifende Kooperation
positive Einschätzung; es ist gelungen, vorhandene Netzwerke zu nutzen (5) und neu Netzwerke (3) aufzubauen
Gründe: Nutzen von in Duisburg entwickelter Traditionen in Kooperation und Netzwerkbildung
Problem: tradierte Abläufe in vorhandenen Netzwerk (1)
positive Entwicklungen: neben regelmäßiger Kooperation auf Leitungsebene, zunehmende Integration der pädagogischen Fach- und Lehrkräfte
 

-> Optimierung der Sprachförderung 

positive Entwicklungen:

bildungsbiographische Kooperation:
·         Übergabe des Sprachförderkonzeptes durch die Kita (kooperierend) an die GS (federführend)
·         gemeinsame Prinzipien der DaZ-Förderung
·         Wissen um Themenfelder der vorschulischen Sprachförderung
·         Information zum Literacy-Konzept durch die Kita (federführend) an die Grundschulen (kooperierend)
·         Elternschule - Eltern der Maxi-Kinder sind Adressaten der Elternschule, die an der GS stattfindet
·         bilinguale Konzepte
·         Trainings zur phonologischen Bewusstheit
·         Diagnostik und Förderplanung
·         gemeinsame Fortbildungen
 
 
 
Ausblick:
Geplant ist es, die modellhaften Vorhaben der federführenden Institutionen, die in den Zielentwicklungsbögen festgehalten werden, mit mehr Verbindlichkeit und einer standortbezogenen Jahresplanung zu koppeln und so die Wirksamkeit zu erhöhen.
 
Von der 2. Kohorte der Sprachstandserfassung mit HAVAS 5 sind Wirkungen auf diagnostische Kompetenzen, Didaktik und Methodik der Sprachförderung, Förderkonzepte und Fördermaßnahmen sowie Förderplanerstellung in den Institutionen zu erwarten.  

Viele Kommunikations- und Kooperationsstrukturen sind verlässlich aufgebaut und können im 4. Jahr des Modellprogramms stabilisierend und nachhaltig die Umsetzung bzw. Fortsetzung begonnener Projekte stützen.

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Ute Scheffler
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