FÖRMIG-KÖLN
Zehn Kölner Grundschulen nehmen seit August 2006 an einem Projekt (FörMig) der Bund-Länder-Kommission teil. Voraussetzung ist, dass diese Schulen einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund aufweisen und die Sprachförderung als wesentlichen Bestandteil ihres Unterrichts sehen. Folgende Grundschulen sind an FÖRMIG beteiligt:
  • GGS Alte Wipperführter Straße
  • GGS Erlenweg
  • GGS Ernstbergstraße
  • GGS Gereonswall
  • KGS Kapitelstraße
  • GGS Lebensbaumweg (Anna Langohr Schule)
  • GGS Leuchter Straße
  • GGS Neußer Straße
  • GGS Schulstraße

Ausgehend von der Annahme, dass unterschiedliche Lehrmethoden auch zu  unterschiedlichen Lernergebnissen führen, haben sich die FÖRMIG-Verantwortlichen vorgenommen, die Methode der koordinierten Alphabethisierung (KOALA) mit Methoden, die sich einem anderen Schwerpunkt widmen, zu vergleichen.

  • Lesen Sie den Bericht über KOALA von Pia Lummerich

Zum Vorgehen:

Zunächst wird der Sprachstand von Erstklässlern aus sechs  KOALA-Schulen und vier Vergleichsschulen ermittelt. Weiterhin werden an Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie an Schulen gerichtete Fragebögen ausgewertet. Anschließend werden ein sprachfreier Test und bis Weihnachten erste kleine Schreibtests durchgeführt. Der erste Evaluationsabschnitt begann Ende August 2006, weitere folgen, bis dann bis voraussichtlich Ende 2009 die wichtigsten Ergebnisse vorliegen.

Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch Herrn Prof. Reich.

Die am Projekt teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen bzw. Schulen können von angebotenen Fortbildungen Gebrauch machen und auch die Zwischenergebnisse der Evaluation nach einem gewissen Zeitraum abfragen.

Ansprechpartnerin für den FÖRMIG-Standort Köln:

Monika Lüth
Tel.: 0221-6650751
eMail: ika.lueth@web.de

 
 
Orient & Okzident - Tagung in Köln 30.11-1.12.06
  Erstklässlerzeichnung
  Buntes Schuhwerk

Beitrag zum Jahresbericht 2006 / 2007
 FÖRMIG-Region Köln

Regionale Koordination: Monika Lüth 

1. Allgemeine Angaben
  
Für das Schuljahr 06/07 und nach Möglichkeit für weitere zwei oder drei Schuljahre haben sich 23 Kolleginnen und Kollegen aus 10 Kölner Grundschulen bereit erklärt, am FörMig-Projekt teilzunehmen. Die betreffenden Schulen weisen einen hohen Anteil an Kindern mit Zuwanderungsgeschichte auf, Sprachförderung wird deshalb groß geschrieben. Insgesamt handelt es sich jetzt um 193 Schülerinnen und Schüler, deren Sprachentwicklung in Deutsch und ihrer Herkunftssprache näher betrachtet werden. Die zehn Schulen nannten 23 strategische Partner und 19 Koordinationspartner, mit denen sie zusammen-arbeiten.
Die Daten (Sprechproben der Kinder, ausgefüllte Eltern- und Lehrerfragebögen), die in diesen Kölner Grundschulklassen erhoben wurden und weiterhin werden, werden zum einen in der Universität Hamburg gesammelt, ausgewertet und dann den Schulen zur Verfügung gestellt, zum anderen werden sie Köln-intern - allerdings mit Beschränkung auf die Kinder, die einen türkischen Sprachhintergrund haben - ebenfalls gesammelt und zusammen mit zusätzlich durchgeführten Schreibproben ausgewertet. Da für diejenige Auswertung, die in Hamburg stattfindet, nur die Sprechproben der Schülerinnen und Schüler in Betracht kommen, die zusätzlich einen verkürzten CFT gemacht haben und deren Eltern den Fragebogen ausgefüllt haben, hat sich die Anzahl der in Frage kommenden Kinder verringert.
 
 
2.      Kurzdarstellung
a.      bis c.
Die Köln-interne Erhebung dient dazu, speziell die Methode der koordinierten Alphabethisierung (KOALA) zu vergleichen mit solchen Methoden, die einen
anderen Schwerpunkt in ihrer Sprachförderung haben.
104 Erstklässler aus 6 KOALA-Schulen und 4 Vergleichsschulen haben zu Beginn ihrer Schulzeit zwei Sprechproben abgegeben (in ihrer türkischen Herkunftssprache und in Deutsch), diese wurden analysiert, um sie später, nach Abgabe der nächsten beiden Sprechproben am Ende des ersten Schuljahres mit den ersten beiden Aufnahmen zu vergleichen. Neben diesen Erhebungen wurden (und werden noch) zu unterschiedlichen Zeitpunkten Schreibproben gewonnen. Umfang und genaue Art und Weise der Durchführung und Auswertung sind den Ausführungen von Frau Prof. Diehl zu entnehmen, an die sich das Kölner Vorgehen anlehnt. Kurz lässt sich diese Erhebung wie folgt beschreiben: Die in Frage kommenden Schülerinnen und Schüler schrieben - natürlich ungeübt - im November 06 und Februar 07 (die im Mai 07 folgen noch) nach einer Bildvorlage jedes Mal dieselben 10 Wörter einmal in Deutsch und einige Tage später nach einer Bildvorlage andere 10 Wörter in Türkisch. Die Auswahl der Wörter richtet sich nach den Rechtschreibbesonderheiten, die für die jeweilige Sprache charakteristisch sind. So lässt sich am Ende des Schuljahres erkennen, welche Fortschritte das einzelne Kind / die Gruppe gemacht hat.
  • Wie hat sich die deutsche Sprache der baldigen Zweitklässler in diesem Jahr entwickelt?
  • Wie sieht es jetzt um die Qualität ihrer Herkunftssprache aus? 
  • Welchem didaktischen Ansatz und welcher Unterrichtsmethode wurde in den einzelnen Klassen/Gruppen der Vorzug gegeben? 
  • Daraus folgernd: Welcher Ansatz und welche Methode eingebettet in welches "Schulambiente" könnte nach Auswertung aller Daten deshalb vielleicht empfohlen werden?

Damit die Beantwortung solcher Fragen so genau wie möglich geschehen kann, ohne allerdings die Kolleginnen und Kollegen zu sehr mit Beobachtungsaufgaben zu belasten, wurden neben dem Erhebungs-instrument HAVAS 5 auch Fragebögen eingesetzt, die nach der Auswertung verdeutlichen, worauf die jeweilige Schule / Klassenlehrerin bzw. das Team besonderen Wert legt - im Schulleben allgemein und speziell im Unterricht.

d. Die Mehrzahl der 12 Kölner Koala-Grundschulen sind in einen Arbeitskreis eingebunden, der sich vier Mal im Jahr trifft und die spezielle Sprachförderkonzeption weiter bearbeitet. Für Neueinsteiger bietet dieser Kreis eine gute Möglichkeit, sich mit dem angestrebten Konzept auseinanderzusetzen, Arbeitsmaterial vorgestellt zu bekommen und die Team-Problematik anzugehen. In diesem Kreis wurde auch ein Fragebogen entwickelt (s. Anhang), der die Kolleginnen und Kollegen in erster Linie für die Möglichkeiten sensibilisieren soll, die es in der Schule gibt, Integration zu leben und zu erleben.
Die gewonnenen Vergleichsschulen sind untereinander nicht vernetzt. Das liegt vorrangig an der unterschiedlichen Verteilung der Ressourcen: Zwei von ihnen können türkischen Muttersprachenunterricht anbieten, die beiden anderen können dies nicht bzw. haben sich jetzt auch derart eingerichtet, dass dies in ihrem Konzept nicht vorkommt.
 
e. Die Schnittstellenarbeit (s. Anhang) einiger Basiseinheiten hat sich insofern verstärkt, als die Auseinandersetzung mit Delfin 4 sie dazu gebracht hat, mit den abgebenden Kitas noch mehr ins Gespräch zu kommen. Außerdem wurden die Angebote der Uni Köln wieder gern genutzt. Fortbildungen, die die RAA Köln bezüglich der Sprachförderung anbot, sind v.a. von Neueinsteigern und auch von einigen türkischen Muttersprachen-Lehrkräften besucht worden.
 
f. Im Mai wird ein Treffen stattfinden, zu dem alle Kölner FörMig-Schulen eingeladen sind, also auch die Vergleichsschulen. Hier werden im Rahmen des Koala-Arbeitskreises Ergebnisse gesichtet und diskutiert, die auf der Auswertung der von den Kollegen ausgefüllten Förderdokumentationen basieren.
 
g. Eine FörMig-Schule hat den mitSprache-Preis gewonnen, eine andere hat u.a. aufgrund ihres Konzeptes einen großzügigen Sponsor aufgetan, zwei Schulen bauen ihre Schülerbibliothek erfolgreich weiter aus, andere achten darauf, dass im eingerichteten Offenen Ganztag die Sprachförderung auf keinen Fall zu kurz kommt, wieder andere haben den Weg zur Uni Köln entdeckt und arbeiten mit Studentinnen zusammen: Durch das Schildern ihrer Arbeit und den immer wieder auftauchenden Problemen, durch gemeinsames Überlegen hinsichtlich möglicher Vorgehensweisen wurde deutlich, dass die unterrichtliche Arbeit besonders im Bereich der Sprachförderung bei den Kolleginnen, Kollegen und Erzieherinnen einen relativ hohen Stellenwert besitzt und dass es wichtig bleibt, sie in ihrer Arbeit zu unterstützen.
 
Interessant ist, dass Lehrerinnen und KiTa-Erzieherinnen, auch wenn deren Einrichtung nicht dem Projekt angeschlossen sind, den Kontakt zu FörMig suchen und ihn (meist über die Suchmaschine www.google.de  / sprachfoerderung / kompetenzzentrum sprachfoerderung) herstellen. Dabei wurde regelmäßig deutlich, dass eine große Nachfrage bezüglich praktikabler Fördermethoden von Kindern mit Migrationshintergrund besteht, wobei es aber verständlicherweise als zu schwierig angesehen wurde, sich mit "Gleichgesinnten" auf Dauer zu vernetzen, d.h. in der jeweiligen Institution sozusagen eigeninitiativ Strukturen zu schaffen, die einen regelmäßigen Austausch ermöglichen.
 
 
(Anhang:       Fragebogen AK Didaktik )
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Monika Lüth