FÖRMIG-Standort Mönchengladbach
Ansprechpartner:
Reinhard Bochmann
| Kontakt: Tel: 02166 - 51630 EMail: ReinhardBochmann@web.de 

Am FÖRMIG-Standort Mönchengladbach steht der Schwerpunkt Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule (Schwerpunktbereich I) im Fokus des Interesse der Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachkompetenz. Die Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund wird als Chance und Herausforderung gesehen. Sie verlangt insofern differenziertes pädagogisches Handeln, da die vorhandenen Sprachkompetenzen in Deutsch und in der Familiensprache in Sprachförderkonzepte integriert und weiterentwickelt werden sollen.

Der Koordinator unterstützt und initiiert in diesem Schwerpunktbereich die Verbesserung der Kooperation zwischen den Kindertagesstätten und den Schulen mit dem Ziel, den Kindern das Erlernen der Schulsprache Deutsch zu erleichtern und sie individuell zu fördern. Die innerhalb des Vor-Ort-Netzwerks beteiligten Akteurinnen und Akteure von FÖRMIG entwickeln, erproben und evaluieren gemeinsam verschiedene Verfahren zur Sprachstandsfeststellung und -beobachtung und zur Sprachförderung. Diejenigen Verfahren, die sich als besonders geeignet für die Zielgruppe erweisen, werden anschließend von weiteren Kindertagesstätten und Schulen modellartig eingesetzt.

Gemeinsam mit dem ebenfalls dem Schwerpunkt I zugeordneten Standort Rhein- Kreis- Neuss stieg die Region Mönchengladbach nach einem Erweiterungsantrag für den Schwerpunkt I innerhalb des BLK- Projekts in NRW im August 2005 in das laufende Projekt ein.


Bericht der regionalen Koordination Mönchengladbach
 
Projektjahr 2006 / 2007
 
Regionaler Koordinator: Reinhard Bochmann
 
 
Punkt 1:
Anzahl der beteiligten Basiseinheiten, der strategischen Partner, der Kooperationspartner, der geförderten Kinder / Jugendlichen, der beteiligten Eltern und Mitarbeiter/innen
 
Die Anzahl und die Zusammensetzung der Basiseinheiten ist konstant geblieben. ( Teilnehmer: GS Waisenhausstr., GS Pahlkestr., GS Pesch, GS Carl-Sonnenschein )
Die Anzahl der direkt am Erhebungsverfahren beteiligten Lehrer konnte auf Initiative der Koordination in allen Schulen erhöht werden. Mittlerweile besteht in den Basiseinheiten in der Regel ein Team von mindestens drei Lehrpersonen, die über fundierte Kenntnisse des Erhebungsverfahren verfügen und darauf abgestimmte Förderstrategien beherrschen. Auch die Einbindung der Schulleitung konnte in allen Schulen intensiviert werden, was die Organisation von Fördermaßnahmen erheblich begünstigte. Insgesamt haben alle Basiseinheiten auch den Transfer in die Breite der eigenen Kollegien erreicht. Das Projekt ist in allen Schulen Bestandteil des Schulprogramms geworden.
In einer Basiseinheit ( GS Waisenhausstr. ) ist ein vielversprechender Ansatz zur Bildung eines Netzwerks entstanden in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Schulamt und dem Jugendamt der Stadt Mönchengladbach.
 
Punkt 2:
 
Alle Basiseinheiten haben auch im zweiten Projektjahr Havas5 zu Beginn des ersten Schulbesuchsjahres mit sprachlich auffälligen Schülern/innen durchgeführt und ausgewertet. Für jedes Kind wurde ein Sprachprofil erstellt und darauf abgestimmte Förderschwerpunkte entwickelt. Die Daten wurden an den Programmträger übermittelt. Die entsprechende Ausgangserhebung soll zum Ende des Schuljahres 2007 erfolgen.
In vier zentralen Konferenzen wurden unter der Leitung des Koordinators folgende Aspekte differenzierter erarbeitet:
 
Möglichkeiten der Förderorganisation
Zusammenarbeit mit außerschulischen Trägern
Erstellung von Sprachprofilen
Entwicklung von Förderschwerpunkten
Sichtung und Bewertung von Fördermaterialien
 
 
Informationen über die regionalen Projekte im Hinblick auf die spezifischen Aufgabenstellungen, Ziele, Inhalte und Methoden
 
Alle Basiseinheiten berichteten und reflektierten ihre Arbeit innerhalb des Projektes durchgängig insbesondere in den gemeinsamen Konferenzen.
An den wesentlichen Zielvereinbarungen und Arbeitsschwerpunkten gab es grundsätzlich kaum Veränderungen. Die einzelnen Basiseinheiten sahen weiterhin ihren Schwerpunkt in der Durchführung des Erhebungsverfahrens HAVAS 5 und der gezielten individuellen sprachlichen Förderung der ausgewählten Schüler/innen. Die Entwicklung der eigenen diagnostischen Fähigkeiten war den direkt beteiligten Lehrern durchgängig ein wichtiges Anliegen.
  
Planung und Ablauf des Projekts
 
Planung und Verlauf des Projektes orientierten sich an den positiven Erfahrungen des ersten Projektjahres. Dabei war es in allen Basiseinheiten ein besonderes Anliegen, die Zusammensetzung der Teams stabil zu halten und weitere interessierte Kollegen zu integrieren.
 
Fortbildung und Qualifizierung des Personals
 
Jede Schule wurde im Verlauf des Berichtzeitraumes an sechs Terminen durch den Koordinator direkt vor Ort beraten. Soweit sich die Gelegenheit ergab, wurde auch die jeweilige Schulleitung mit einbezogen. Gegenstände der Beratung waren spezifische Aspekt des Schulstandortes.
Im Berichtszeitraum wurden zusätzlich vier weitere gemeinsame Konferenzen durchgeführt. ( Themen siehe Punkt 2 )
Die Qualitätsentwicklung der Förderung konnte nachhaltig unterstützt werden, weil alle Basiseinheiten mit einem differenzierten Fördermaterial gleichmäßig ausgestattet wurden. Sinnvolle methodische Einsatzmöglichkeiten des Lernmaterials wurden in jeder gemeinsamen Konferenz erarbeitet und Erfahrungen ausgetauscht.
 
Mit Unterstützung des Schulamtes Mönchengladbach wurde für interessierte Schulen eine zweitägige Anwenderschulung zu HAVAS 5 angeboten und durchgeführt. An dieser Fortbildungsmaßnahme nahmen zehn Schulen mit insgesamt 22 Kollegen teil. Themen der Fortbildung waren das Verfahren HAVAS 5, Durchführung des Interviews, Auswertung der Ergebnisse sowie das Erstellen der Sprachprofile und die Entwicklung von Förderschwerpunkten. Die Workshops wurden durch den Koordinator Reinhard Bochmann konzipiert und geleitet.
Für die Region Mönchengladbach bedeutete diese Maßnahme einen erheblichen Transfereffekt, da nun mehr als ein Drittel aller Grundschulen in Mönchengladbach Kenntnisse und Fähigkeiten in der Handhabung von Havas 5 erworben haben. Weitere Fortbildungsmaßnahmen in anderen Kollegien als schulinterne Fortbildungsmaßnahme sind für 2007 bereits geplant.
 
Zusammenarbeit mit anderen Stellen und Projekten:
 
An einer Basiseinheit wurden die ersten Grundlagen zur Bildung eines Netzwerkes geschaffen. Dort wurde ein Mitarbeiter des sozialen Dienstes des Jugendamtes Mönchengladbach als ständiger Kooperationspartner gefunden. Dieser Mitarbeiter steht der Schule regelmäßig in Sprechstunden vor Ort als Berater für Schüler, Eltern und Lehrern zur Verfügung.
 
Eigene Einschätzung der Entwicklung in den Basiseinheiten:
 
Alle Basiseinheiten bewerten den Verlauf des Projektes insgesamt als sehr zufriedenstellend. Den eigenen Zuwachs an diagnostischen Kompetenzen schätzen alle Teilnehmer hoch ein. Auch die praktische Tauglichkeit des Verfahrens HAVAS 5 wird positiv bewertet. Als Gründe werden insbesondere die objektivierten Ergebnisse und ihre sinnvolle Verwendung zur Erstellung von individuellen Förderschwerpunkten gesehen. Der kontinuierliche gemeinsame Erfahrungsaustausch in den Konferenzen hat zu einer klareren Sichtweise auch in der didaktisch-methodisch Gestaltung des DAZ-Unterrichts beigetragen.
 
 
Punkt 3:
Länderübergreifende Kooperationen mit FörMig-Projekten
 
 Derzeit gibt es noch keinen Kontakt zu anderen Projekten des Landes.
 
Unterstützung durch den Programmträger
 
Als sinnvolle Unterstützung wurde von den Basiseinheiten die gute Unterstützung durch geeignete Lern- und Fördermaterialien empfunden.
Auch die kontinuierliche Beratung durch den Koordinator vor Ort wurde als hilfreich angesehen.
 
Reflexion der Erfahrungen
 
Es bestand in allen Basiseinheiten einheitlich der Wusch nach einer zeitnahen Evaluation der Ergebnisse der Lerngruppen durch den Programmträger, um die eigene Förderarbeit besser einschätzen zu können und schneller zu etwaigen Veränderungen zu kommen.
 
Punkt 4:
 
Transferkonzept, Transfermethoden, Transferstrategien
 
Alle Basiseinheiten haben den Aspekt des Transfers im Blick gehabt und auf der Ebene ihrer Kollegien große Akzeptanz gefunden. Die HAVAS-Kompetenzteams wuchsen in jedem Kollegium in der Breite. Auch die Implementierung des Verfahrens in die Schulprogramme konnte in allen Basiseinheiten erreicht werden.
Die mit interessierten Schulen durchgeführten Anwenderschulungen zu HAVAS 5 haben im Schulbezirk Mönchengladbach erfolgreiche Transfereffekte bewirkt.
 
Mönchengladbach, den 24.5.2007
 
Reinhard Bochmann
( Koordinator FÖRMIG Mönchengladbach )
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Koordinator:
Reinhard Bochmann