AKTUELLE ENTWICKLUNGEN
In dem Programmelement FÖRMIG NRW kommt den regionalen Koordinatorinnen und Koordinatoren ? zumeist Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RAA - eine besondere Bedeutung zu. Sie
- erweitern das lokale, regionale und überregionale Netzwerk,
- beraten die Kooperationspartner einer Entwicklungspartnerschaft,
- geben Anregungen und Hilfen zur Konzeptionierung von Sprachfördermaßnahmen und Entwicklung von Qualitätsindikatoren,
- begleiten die Institutionen bei der internen und externen Evaluation
- und übernehmen Organisations- und Dokumentationsarbeiten.
Als Ergebnis kann zunächst festgehalten werden, dass es den regionalen Koordinatorinnen und Koordinatoren mit Unterstützung strategischer Partner gelang, insgesamt ca. 75 federführende Institutionen für die Teilnahme an dem Landesprojekt NRW zu gewinnen.
Vorausgegangen ist ein für alle am Aufbau von Entwicklungspartnerschaften Beteiligten arbeitsintensiver Prozess der Verständigung und Einigung über Fördergruppen, Schwerpunkte, Aspekte und Ziele der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In den Ende des Schuljahres 2004/2005 abgeschlossenen Zielvereinbarungen von 50 federführenden Institutionen zeigt sich:
- Der Entwicklungsprozess in den Basiseinheiten variiert stark. Basiseinheiten befinden sich einerseits noch in der Planungsphase und im Entstehungsprozess; andererseits beteiligen sich Basiseinheiten, in welchen die Rollen klar vereilt sind bzw. in denen die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzepts abgeschlossen ist und die Förderung bereits durchgeführt wird.
- Die Institutionen konzentrieren sich bei der Erprobung ihrer Sprachförderkonzepte aus evaluativen Gründen auf bestimmte Fördergruppen. Insgesamt befinden sich über 1858 Kinder und Jugendliche in den Fördergruppen.
- Schwerpunktmäßig beschäftigen sich die federführenden Institutionen mit der Förderung phonischer, graphischer, lexikalisch-semantischer, morpho-syntaktischer, dialogisch-diskursiver und pragmatischer Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Die angegebenen Fördersprachen sind in den meisten Fällen Deutsch oder Türkisch, in einzelnen Projekten stehen auch andere Herkunftssprachen, z. B. Polnisch, Russisch oder Arabisch im Mittelpunkt.
- Die Institutionen erproben eine Vielfalt der Methoden der Sprachförderung in Deutsch als Zweitsprache. Die Sprachförderung wird an vielen Standorten verstärkt durch weitere Maßnahmen wie z. B. Sprachstandserhebungsverfahren, Sprachstandstests, Förderung von Deutsch als Aufgabe aller Fächer, Unterricht in der Mutter-/Herkunftssprache, Bilinguale Sprachförderung, Erstellen von Sprachportraits, schnittstellenübergreifende Kooperation, Elternarbeit oder Mütterkurse.
Hinsichtlich der Zielstellungen der Sprachförderung kann konstatiert werden: Vielfach wird an verschiedenen Ebenen der Förderarbeit angesetzt, wobei beispielsweise die Wertschätzung von Zwei- und Mehrsprachigkeit, die Verbesserung der Zusammenarbeit an den Schnittstellen, die Verbesserung der Sprachförderung, die didaktisch-methodische Kenntniserweiterung oder die Intensivierung der Elternarbeit genannt werden.
Im weiteren Verlauf des Projekts erfolgt die Zusammenstellung der Zielvereinbarungen aller 75 Institutionen. Es folgen die Dokumentation und Evaluation schulspezifischer Sprachfördermaßnahmen mit dem Ziel der Veröffentlichung und des Transfers effektiver und nachhaltiger Förderkonzepte.